Aachen ohne Kameradschaft Aachener Land KAL

Zunächst wurde die religiöse Beschneidung gerichtlich in Köln verboten, worauf Krankenhäuser in der gesamten Deutschen Bundesrepublik hysterisch erfreut alle Zirkumzisionen absetzten. Transplantate und Organhandel wurden unbeschnitten fortgesetzt, das Volk biss sich an der Vorhaut fest.

Dann begannen weltweit Menschen beiderlei Geschlechts mit und ohne Vorhaut Deutschland auszulachen. Die Vernünftigen unter ihnen glaubte nicht, das es den Deutschen um Kinderwohl ging. Zu oft hatten die Deutschen das Gegenteil bewiesen. Die Vernünftigen glaubten, dass in Deutschland wieder Rassismus herrschte. Der Kampf Deutschlands zur €-Rettung auf Kosten aller übrigen Europäer bestärkte sie in ihrer Ansicht.

Weitere Ungereimtheiten erhärteten den Verdacht. Mehr als zehn Jahre mordeten Nazis Türken und Griechen, ohne das die fähigste Polizei auf der Welt und der beste Nachrichtendienst aller Länder eingriffen. Waren deutsche Beamte auf einem bestimmten Auge blind? Oder verhielten sie sich auf Weisung von oben politisch korrekt?

Dann setzten sich vom Volk gewählte Politiker mit Dieben und Hehlern zusammen, um ehrwürdige Schweizer Banken zu bedrohen, die lediglich das Wohl ihrer Kunden im Sinn hatten. Ganz im Gegensatz zu deutschen Bankbeamten im Dienste von Staatsbanken, die trotz Vergeudung und Veruntreuung von Milliarden Euro durch ihre Dienstherren beschützt und reichhaltig entlohnt wurden.

Ein Befreiungsschlag musste her, um Reputation wieder zu erlangen. Die Welt sollte überzeugt werden, dass die Deutschen seit 1945 im Westen und seit 1989 zusätzlich im Osten weiterhin die Guten seien. Lupenreinere Demokraten als die Russen, überzeugtere Genozidverhinderer als die Franzosen in Ruanda, tapferere Beschützer der Waisen und Witwen als die Niederländer in Srebrenica, größere Raumfahrpioniere als die Amerikaner auf dem Mars.

Bald wurde den politisch Verantwortlichen klar, dass derartige Beweise nicht beizubringen waren. Sie mussten sich auf etwas typisch Deutsches besinnen, was die ganze Welt ohne zu hinterfragen abnehmen würde. Kuckucksuhren? Lebkuchen? Bratwurst? Nein. Besser: Neonazis!

Die politisch Verantwortlichen wurden bald fündig. In der ehrwürdigen Kaiserstadt Aachen gab es einige Dutzende Neonazis. Neonazis gab es zwar auch vermehrt anderswo, doch Aachen war der Ort, den viele kannten, mit dem Karlspreis und dem heroischen Karl den Großen verbanden, den Franzosen, der wusste, warum er vor über 1.000 Jahren die Ostdeutschen scheinbar grundlos massakriert hatte.

Die Aachener Neonazis waren jung, zum Teil gebildet und ausgebildet und schlugen gerne zu. Kein Fußballspiel mit der Alemannia Aachen ohne Verletzte. Die Hooligans sollten an die Schandmauer gestellt werden. Kurz vor Ausführung dieses genialen Planes wurden die Ausführenden von den politisch Verantwortlichen zurückgepfiffen. Es stellte sich heraus, dass die Feinde der Neonazis ebenfalls Fußballfans von Alemannia Aachen waren und dem linken politischen Spektrum angehörten. Rechte verfolgen und Linke beschützen? Kein verantwortungsvoller Politiker stellt sich gegen Volkes Stimme, die er zur Wiederwahl benötigt.

Die Zeit drängte. Deutschland hatte in der Olympiade zu London versagt, viel Geld falsch investiert und mehr versprochen als erreicht. Europa scharrte mit den Hufen. Die Griechen übermalten Merkel mit Hakenkreuzen. Englische Prinzen zogen Nazi-Uniformen an. In Ungarn übernahm die extreme Rechte die Staatsgewalt. Griechen schlugen Asylanten auf offener Straße. Südfranzosen mordeten Juden. Deutschland musste handeln, durfte sich keinen Gesichtsverlust erlauben.

Da ergab es sich, dass einem in Ehre ergrauten Aachener Streifenpolizisten einfiel, dass zur späten Stunde, wo brave Bürger tief schliefen, Randalierer Bier tranken, laut sangen, sich prügelten. Die Kameraden gab es nicht nur in Aachen. Der alte Streifenpolizist hatte sie auch anderswo erspäht und erlauscht und zwar überall dort, wo zu glorreichen Zeiten der Gau Köln-Aachen bestand. Vorsichtshalber machte er Meldung beim Vorgesetzten, der jedoch nicht einschritt, weil er Dank später Geburt mit dem Begriff „Gau“ nichts anfangen konnte. Als korrekter pensionsberechtigter Beamte schrieb er glücklicherweise alles minutiös auf, welches von einer nicht beamteten, dennoch korrekten Sekretärin, nach Jahren digital einem Rechner übergeben wurde.

Auf der Suche nach Neonazis in Aachen wurden Computer eingesetzt, denn man war der Moderne trotz Naturverbundenheit und Öko-Bio verpflichtet. Findige IT-Spezialisten hatten mit dem Begriff „Nazi“ und „Neonazi“ diverse Worte verlinkt, darunter „Gau“. Die Meldung des Streifenpolizisten schlug wie ein Bombe ein. Alle wurden hellwach, schmiedeten Pläne, schrieben Berichte, die Zeitungen übernehmen würden, erdachten Schlagzeilen. Am Donnerstag, 23. August 2012 ab 5:25 Uhr wurde stabsplanmäßig gehandelt. Die Aktion, die nur wenige Stunden dauerte, war ein voller Erfolg.

14 Wohnungen wurden in Aachen durchsucht. Man fand moderne Waffen und solche, die die Germanen gegen die Römer benutzt hatten. Das gesamte Vermögen der Kameradschaften wurde beschlagnahmt: 780 € wurden einem karitativen Zweck überführt. Der Volltreffer war eine Skizze, gefunden in einer Gefängniszelle, mit einem Hakenkreuz und den Worten „Blut & Boden“. Vom Staat und selbsternannte Experten erklärten nach einiger Überlegung, dass es sich um das neue Logo der Kameradschaft handele, welches nun nach dem Verbot der Kameradschaft hinfällig geworden sei.

Nur wenige in der Nähe wohnenden Antifaschisten nahmen Notiz von der heroischen historischen Aktion. Innländischen Pazifisten und ausländischen Zeitungen wurden von den Ereignissen in und um Aachen kaum berührt, geschweige erschüttert.

Der werte Leser würde gerne erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Nach dem grandiosen Erfolg, der kein gesetztes Ziel erreichte, gingen den Akteuren die Ideen aus. Die Beamten kehrten zu ihrer Starre zurück. Aachen war nun offiziell nazifrei.

Doch wohin mit den Nazi-Ideen? Wer fängt anstelle der Kameradschaft Aachener Land die rassistischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Strömungen auf? Nazismus hat die bürgerliche Mitte nicht nur in Aachen erreicht und besetzt. Müssen nun säkulare Pazifisten, militante Katholiken und andere antisemitische Organisationen in Aachen von den Behörden überwacht werden? Werden bisherige Sympathisanten der KAL-NPD bürgerliche antisemitische Organisationen unterwandern?

Die Antwort liegt in der Aachener Zeitung. Sie ist der Spiegel der Aachener Gesellschaft. Wer regelmäßig die dort publizierten Leserbriefe liest, weiß wohin die Stadt steuert.

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