Mohammed-Kritik, die zweite

Unser Grundgesetz erlaubt, verteidigt, erzwingt die freie Meinungsäußerung bis zur Beleidigung, was von Übel sein kann. Die Kölner Schandmauer am Dom ist der Beweis. Hier wird die kleinbürgerliche-rassistische Meinungsfreiheit verteidigt und gleichzeitig ein Klima des Hasses geschürt, welches sich letztendlich gegen die bürgerliche Gesellschaft wendet, sie vernichten will.  Darf man deshalb den Schützern dieser Art von Meinungsfreiheit niedrige Motive vorwerfen? Nein. Denn das verletzt die Meinungsfreiheit der Schützer und ist strafbar. Weshalb ich es expressis verbis unterlasse.

Was ich glaube, ist juristisch irrelevant. Die Gedanken (und somit die Denkenden) sind frei – solange sie nicht ausgesprochen werden.

Mohammed-Karikaturen unterstehen ebenfalls der freien Meinungsäußerung und sind vom Grundgesetz geschützt. Wird die Meinungsfreiheit bedroht, so muss der Ordnungshüter, die Polizei, eingreifen. Der Polizist verteidigt jedoch keineswegs die Mohammed-Karikaturen auf Pappe, i.e. die freie Meinungsäußerung, sondern diejenigen, die die Kartonage öffentlich zur Schau tragen.

Wer sind diese Kartonageträger?

Nur den Wenigsten ist die Meinungsfreiheit heilig. Den Meisten ist der Hass heilig.

Argumente lauten, dass das Karikieren, das Beleidigen von Christen, in Deutschland erlaubt sei (Das Beleidigen von Juden sowieso, s.o.). Fundamentalistische Muslime halten sich nicht an diesem Vorbild. Sie wollen nicht, dass Mohammed in der Öffentlichkeit beleidigt wird, sie verstoßen somit gegen das Grundgesetzt, sind schlechte Deutsche, wenn überhaupt. Jedem ehrlichen Christen und Juden sind ihre Gefühle verständlich. Der Unterschied besteht darin, dass auch der fundamentalistischste deutsche Christ oder Jude nicht zu Gewalt greifen wird, wenn seine Religion beleidigt wird. Das deutet der fundamentalistische Muslim / Islamist / Salafist als Schwäche.

Argumente lauten, dass Mohammed von Nicht-Muslimen beleidigt wird, Jesus von Christen. Eigentlich sind die Beleidiger Antitheisten aus christlichem Hause. Und man könnte ihnen vorwerfen, dass sie sich über Jesus mokieren, weil er Jude, und über Mohammed, weil er Araber war. Wer in Deutschland  mokiert sich über Luther? Seine Worte haben seine Anhänger mehr Juden morden lassen als die Worte Mohammeds.

Es fehlt nicht der Schneid. Es fehlt der Hass.

Und so kommen wir zur Erkenntnis, dass Xenophobie unzertrennlich mit Nation und Religion verbunden ist. Nicht nur im Mittelalter, insbesondere heute.

Beispiele sind zur Genüge: Jugoslawien, Naher Osten (nicht mit Gewicht auf Israel), China – Tibet, Indien – Pakistan. Der nationalreligiöse Konflikt, der Kalte Krieg zwischen Ost und West reicht bis zu Wladimir den Heiligen.

Wer Juden hasst, hasst auch Muslime und vice versa. Salafisten sind muslimische Selbsthasser, jüdische Antizionisten sind jüdische Selbsthasser. Deshalb gibt es Muslime, die Juden, und Juden, die Muslime hassen.

Die Muslime in Deutschland werden einen ähnlichen Weg wie die Juden beschreiten. Sie werden nicht ermordet werden, sondern irgendwann Deutschland verlassen.

Wie fühlt sich ein gewöhnlicher durchschnittlicher Muslim, kein Fundamentalist / Islamist / Salafist, wenn er unvermittelt Mohammed-Karikaturen auf der Straße begegnet?

Wie ein Jude, der die Kölner Schandmauer am Dom erblickt. Nur der Paranoide glaubt, mit Hilfe von Mohammed-Karikaturen den Muslimen Heimatgefühle zu vermitteln.

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