Schuster verlässt seine Leisten

Das Informationsblatt „Zukunft“ des Zentralrates der Juden in Deutschland erscheint auf Deutsch und auf Russisch, womit mancher seine Russischkenntnisse aufwertet. Auf Hebräisch erscheinen die Artikel nicht, da zu Recht erwartet wird, dass der Gebildete, des Hebräischen Mächtigen, Deutsch versteht. Die „Zukunft“, deren Bezahlung von den Kultussteuern aller registrierten Juden in Deutschland abgezweigt wird, informiert auf einem Niveau, welches verstanden wird, und macht die Mitglieder des Zentralrates der Juden in Deutschland bekannt.

Zum Thema Beschneidung wird in der Ausgabe von 31. Oktober 2012 der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Präsident des Landesverbandes der Israelitischen (in Bayern nennen sich Juden wie zu Moses Zeiten Israeliten) Kultusgemeinden in Bayern, Vorsitzender der Israelitischen Gemeinde Würzburg und Unterfranken, Mitglied der Zentralen Ethikkommission der Bundesärztekammer und Mitglied der Bio-Ethikkommission der Bayerischen Staatsregierung, früherer israelischer Staatsbürger, nebenbei Arzt, wenn auch kein Kinderarzt, Chirurg oder Urologe, interviewt. Da auf präzise Fragen lange Antworten folgen, kürze ich die Antworten und gebe sie grammatikalisch korrekt wieder.

Frage:

Glauben Sie, dass das sogenannte Beschneidungsgesetz bald verabschiedet wird?

Antwort:

Über das Gesetzt wird zwar ohne Fraktionszwang abgestimmt, doch gehe ich davon, dass sich eine klare Mehrheit für die Regelung ausspricht. Darauf deuten auch die Gespräche hin, die Vertreter des Zentralrats, mich eingeschlossen, mit den Parteien und Fraktionen führten. Solche Überzeugungsarbeit findet nicht vor laufenden Kameras statt und kann gerade deshalb in ruhiger und sachlicher Atmosphäre gemacht werden. Das ist wichtig.

Was will uns der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland (auf die übrigen Bezeichnungen verzichte ich wegen deren Länge) damit sagen? Es haben Gespräche stattgefunden, bei denen die Öffentlichkeit ausgeschlossen war. Wie im Zentralrat, im Landesverband, in den Ethikkommissionen, so im Bundestag. Verschont und abgeschirmt von öffentlicher Kontrolle hat der Zentralrat Parteien und Fraktionen überzeugt, dem Beschneidungsgesetz zuzustimmen. Da niemand Unabhängiges dabei war, bleibt der Zweifel, ob solche Gespräche überhaupt stattgefunden, oder, falls ja, die behauptete Wirkung entfaltet haben. Die öffentlichen Überzeugungsarbeiten engagierter Nichtjuden, Juden und Journalisten, die öffentlich in unruhiger und somit unsachlicher Atmosphäre stattfanden, sind unwichtig, stören den Zentralrat der Juden in Deutschland.

Würde ein einfacher, politisch einflussloser Jude einen solch arroganten Vertreter in den Zentralrat der Juden in Deutschland wählen? Glücklicherweise hat der einfache, politisch einflusslose Jude hierzu kein Stimmrecht. Denn die Mitglieder des Zentralrates der Juden in Deutschland werden nicht direkt gewählt, oft bestimmt.

Nicht jeder Katholik darf den Papst wählen! Und was ist schon die Kurie gegenüber dem Zentralrat der Juden in Deutschland?

Frage:

Es wird auch der Einsatz schmerzlindernder Mittel verlangt. Schmerzlinderung (korrekt: Schmerzmittel, die selber Schmerz erzeugen) wird jedoch nicht durchweg akzeptiert. Das hat Israels Oberrabbiner Jonah Metzger bei seinem jüngsten Besuch in Berlin betont.

Arrogante Antwort:

Rabbiner Metzger ist der Oberrabbiner des Staates Israel und als solcher nicht für die Religionspraxis in Deutschland zuständig.

Stellen Sie sich das Unvorstellbare vor, die polnische Regierung würde Marienbilder aus allen katholischen Kirchen verbannen wollen. Der Papst würde protestieren, worauf der Vizepräsident des Zentralrates der Polnischen Katholiken öffentlich verkünden würde, dass der deutsche Papst nicht für die katholische Religionspraxis in Polen zuständig sei.

Der israelische Oberrabbiner muss sich in die jüdische Religionspraxis in Deutschland einmischen und die Aufgabe eines Oberrabbiners in Deutschland übernehmen. Denn nicht nur aus historischen Gründen gibt es in Deutschland keinen Oberrabbiner, was dem Zentralrat der Juden in Deutschland gefällt, da er mangels Jüdischen Wissens keinen Rabbiner neben oder über sich verträgt.

Dank des offenen und ehrlichen Engagements mutiger Menschen und der Einsicht der Regierenden, ist die Brit Mila in Deutschland weiterhin zugelassen. Hätten sich diese Menschen auf die mauschelnden (antisemitisch aus Moische) Vertreter des Zentralrates der Juden in Deutschland verlassen … Nebbich!

Wegen der Außenwirkung sollten der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Vorsitzender der Israelitischen Gemeinde Würzburg und Unterfranken, Mitglied der Zentralen Ethikkommission der Bundesärztekammer und Mitglied der Bio-Ethikkommission der Bayerischen Staatsregierung mit einem Preis geehrt werden. Ich schlage Aachen als Ort der Preisübergabe vor, da Orden dort tief fliegen. Da jedoch die gesellschaftlichen Eliten der Stadt über einen geehrten Beschneidungsbefürworter unglücklich wären, sollte der Preis nicht öffentlich vor laufenden Kameras, sondern hinter verschlossenen Türen in ruhiger und sachlicher Atmosphäre verliehen werden.

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3 Antworten zu Schuster verlässt seine Leisten

  1. Flummi schreibt:

    Ich finde diesen Artikel reichlich konfus. Rabbi Metzger mag ein feiner Mensch sein, aber er hat in Deutschland nichts zu sagen. Der Vergleich zur katholischen Kirche zieht nicht. Juden sind nicht wie Katholiken (Zentrale in Rom) oder wie schiitische Muslime (Zentrale in Qom), eher sind sie wie Protestanten oder wie sunnitische Muslime, also ohne zentrale Autorität.
    Wer sonst als der ZdJ soll der Ansprechpartner für die Bundesregierung sein? Es spielt auch keine Rolle, ob der ZdJ direkt oder indirekt gewählt wird. Das Prinzip der indirekten — repräsentativen — Demokratie findet sich in allen Lebensbereichen wieder.

    • anti3anti schreibt:

      Der Ansprechpartner in Religionsfragen des Judentums kan nicht der religiös ungebildete Jude sein, der seine demokratischen Ämter vom Vater geerbt hat. Der ZdJ hätte eine deutsche Rabbinerkonferenz einberufen können, was er aus Anmaßung nicht tat.
      Die Mitglieder des ZdJ wird von Juden in Deutschland weder indirekt, noch direkt gewählt. Es handelt sch nicht um eine repräsentative Demokratie, eher um Willkürherrschaft, ähnlich EU-Behörden in Brüssel oder der Kurie in Rom.

  2. anti3anti schreibt:

    Juden kennen nicht eine, sondern viele lokale religiöse Autoritäten, die in Deutschland fehlen. Der ZdJ hat nichts dagegen unternommen, die Entwicklung verstärkt. Ohne die Autorität des Rabbinats ist das Judentum nicht komplett. Deshalb muss sich eine religiöse Autorität aus Israel in die „Religionspraxis“ Deutschlands einmischen, die weltweit dieselbe ist.
    Die Abweisung der Zuständigkeit des Oberrabbiners aus Israel aus dem Mund eines religiös ungebildeten Juden ist undiplomatisch und arrogant und lässt eine Verachtung gegenüber Religion und Staat Israel erkennen.

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