Nicht nur Muslime sind Juden!

Roma und Sinti, besser unter den Namen Zigeuner bekannt, gehören wie Juden nicht nur in Deutschland zu verfolgten Minoritäten. Heute sollen zwölf Millionen Roma und Sinti weltweit leben, acht Millionen in Europa. Der Begriff „Antiziganismus“ ist vom Wort „Antisemitismus“ abgeleitet und bedeutet im Gegensatz zum Kunstwort „Islamophobie“ eine reelle und keine eingebildete Gefahr für Leib und Leben der Betroffenen. Während Juden und Zigeuner von den Nationalsozialisten und ihren Verbündeten verfolgt und ermordet wurden, waren Muslime willkommene Verbündete des NS-Regimes.

Im Herrschaftsbereich der Nationalsozialisten haben Deutsche, willig von Einheimischen unterstützt, mehrere Hunderttausend Zigeuner ermordet. Eine Wiedergutmachung hat Deutschland mit dem Hinweis abgelehnt, dass Roma und Sinti nicht wegen ihres Glaubens oder ihrer Rasse im Dritten Reich verfolgt, sondern entsprechend dem damaligen Recht wegen kriminellen Delikten korrekterweise eingekerkert waren. Auch einen eigenen Staat hat die UNO nach Ende des großen Krieges den Zigeunern nicht geschenkt.

Der entscheidende Unterschied zwischen Juden einerseits und Roma und Sinti andrerseits liegt in der politischen öffentlichen Behandlung. Antisemitismus und Antiziganismus ist in allen Bevölkerungsschichten Deutschlands präsent. Zum Antisemitismus kommt der Zwilling Antizionismus hinzu, der beim Antiziganismus kein Pendant kennt. Antiziganismus ist in Deutschland heute politisch opportun, da Zigeuner in Zeiten der Wirtschaftskrise, die eine Finanzkrise sein soll, vom Volk als unerträgliche finanzielle Belastung empfunden wird. Antisemitismus ist in Deutschland heute nicht politisch opportun, mit Antizionismus versuchen sich offizielle Deutsche zurückzuhalten. Antizionisten finden sich vorwiegend in der parlamentarischen Opposition des Bundestages.

Der Status als Kontingentflüchtlinge, der Juden ein Bleibe- und Arbeitsrecht in Deutschland ermöglichte, ist einer seltenen historischen Konstellation nach dem Zusammenbruch des real existierenden Kommunismus in Europa zu verdanken. Er wird sich für Roma und Sinti nicht wiederholen.

Das Unrecht, welches in der Nazizeit Juden und Zigeunern angetan wurde, hat nicht zur logischen Konsequenz, dass heutige Juden und Roma und Sinti „bevorzugt“ , d.h. wie gewöhnliche Menschen behandelt werden.

Um die Auswirkung des real existierenden Antiziganismus auf Juden in Deutschland abzuschätzen, muss zunächst die Frage beantwortet werden, ob es eine signifikante Korrelation zwischen zwischen Juden- und Zigeunerhasser gibt. Eine Korrelation zwischen Antisemiten und Islamophobe ist schwierig zu aufzuzeigen, da Muslime in Deutschland einen ähnlichen prozentualen Anteil an Antisemiten aufweisen wie die durchschnittliche Bevölkerung, und nicht davon ausgegangen werden darf, dass antisemitische Muslime islamophob sind. Eine Korrelation zwischen Antisemiten und Islamophobe belegen dennoch Studien, die, auch wenn das Ergebnis vorgesehen ist, dennoch wissenschaftlich korrekt sein können. Somit kann geschlossen werden, dass Antiziganismus und Antisemitismus signifikant miteinander korrelieren, was bedeutet, dass ein Judenhasser auffällig oft zusätzlich Zigeuner verabscheut und umgekehrt.

Nun kann der Einwand vorgebracht werden, dass die Abschiebung der Roma aus Deutschland juristisch einwandfrei, rechtens, vom nationalen und EU-Recht gedeckt ist. Eine Vertreibung von Juden aus Deutschland hingegen würde gegen geltendes Recht verstoßen, wäre daher nicht möglich. Dies erinnert an Deutsche jüdischen Glaubens, die bis tief in die Nazizeit hinein glaubten, nicht vergast zu werden, weil sie im Weltkrieg eine Medaille aus Blech erhielten, die sie für das Abschießen von Franzosen oder Russen auszeichnete. Ein weiteres Ereignis kommt in den Sinn: Nicht wenige deutsche Juden sympathisierten zunächst mit den Ideen der Nationalsozialisten, da auch sie sich nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg gegen den Zuzug von zu vielen Ostjuden stellten.

Genauso wie der Antisemitismus der Lackmus-Test für die Demokratie ist, ist der Antiziganismus der Lackmus-Test für Antisemitismus.Während jedoch Juden, falls die USA sie ablehnen, in Israel ein neues Leben beginnen können, bleibt Sinti und Roma nur der Weg zurück ins Elend.

Sollten Juden sich für Sinti und Roma einsetzen?

Ja. Sie müssen sich jedoch bewusst sein, dass ein Erfolg den Antisemitismus in der Bevölkerung verstärken wird.

Ist ein strategisches Bündnis mit Linken und Pazifisten anzustreben?

Nein. Es wird genauso wenig von Erfolg gekrönt sein wie die kurzzeitige strategische Zusammenarbeit zwischen Juden und Muslime gegen das Beschneidungsverbot, an der die große Masse der Juden und Muslime nicht teilnahm. Das Beschneidungsverbot wurde unabhängig oder trotz der „Zusammenarbeit“ gekippt.

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