Martin Luther und Giordano Bruno

Die europäische und deutsche Geschichte kennt bedeutende Männer der Religion, deren Worte bis heute und nachhaltig wirken. Martin Luther (1483-1546) und Giordano Bruno (1548 – 1600) wandten sich beide von der Katholischen Kirche ab, verfassten unabhängig voneinander Mordaufrufe gegen Juden. Martin Luther schrieb 1543 in „Von den Juden und ihren Lügen“:

Verbrenne ihre Synagogen, zwinge sie zur Arbeit und gehe mit ihnen nach aller Unbarmherzigkeit um, wie Moses in der Wüste tat, der dreitausend totschlug.

Etwa 400 Jahre später wurden anlässlich seines Geburtstages seine Worte wahr. Entsprechend Marx` Worte, wonach sich die Geschichte wiederholt, das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce, schrieb wenige Jahrzehnte später Giordano Bruno, ebenfalls ein Abtrünniger der katholischen Kirche, in „Spaccio della bestia trionfante / Austreibung des triumphierenden Tieres“:

Die Juden sind so pestilenzialisch, aussätzig und gemeingefährlich, dass sie schon vor ihrer Geburt ausgerottet zu werden verdienen.

Diese Worte legte der Priester, Dichter, Philosoph und Astronom wohlüberlegt in den Mund der Göttin der Weisheit.

Nach Giordano Bruno wurde nicht nur ein Mondkrater, sondern auch die größte atheistische Gruppierung Deutschlands benannt, die Giordano-Bruno-Stiftung GBS. Der Grund für die Auswahl des Dominikaners lag darin, dass die Kirche ihn wegen Ketzerei lebend verbrannte.

Zugegeben war es der GBS seinerzeit unmöglich, einen würdigen atheistischen Namenspatron zu finden, der kein Antisemit war. Die Lutherische Kirche war bezüglich der Wahl ihres Namens alternativlos..

Im Gegensatz zu Luthers Worte konnte Brunos Aufforderung bisher nicht in die Tat umgesetzt werden. Um wenigstens dem Marxschen Postulat der Farce zu entsprechen, forderte vor kurzem die atheistische GBS vereint im Chor mit ehrenwerten Juristen, hochdotierten Ärztefunktionären und diversen Rechtsextremisten die religiöse Beschneidung jüdischer Knaben zu verbieten. Wenn Juden schon nicht vor ihrer Geburt ausgerottet wurden, so sollten sie wenigstens nach ihrer Geburt dem ihrer Religion entrissen werden.

Offiziell verlangt die GBS das Beschneidungsverbot, um Kinder vor unzumutbaren Verletzungen zu schützen. Ähnlich hat sie sich beim Genozid an Tibeter durch atheistische Han-Chinesen verhalten. Die GBS begrüßt die „Befreiung“ Tibets, da die körperliche Unversehrtheit tibetischer Kinder unter der religiösen Herrschaft des Dalai Lama nicht gewährleistet gewesen sei.

Was sollen wir daraus lernen?

Jede gesellschaftliche Veränderung, jede Revolution, jede Reformation, jede neue Religion ist für Juden und anderen Minoritäten lebensgefährlich. Ob die neue Herrschaft Protestantismus, Atheismus oder Islamismus ist.

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