Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen

Golda Meir, israelische Premierministerin, wurde nach ihrer politischen Handlungsmaxime befragt: „Was gut für Juden ist“, lautete ihre Antwort.

Belustigend auf den ersten Blick, verliert beim näheren Hinsehen der Satz an Fröhlichkeit. „Was schlecht für Juden ist“ soll vermieden werden. Jedes gesellschaftliche Ereignis weltweit wird analysiert, ob es gut oder schlecht für Juden ist. Für Juden beweist die Geschichte, dass Schlechtes überwiegt.

Am 11. September 2001 wurden die USA auf ihrem Territorium angegriffen, zentral ins finanzielle und militärische Herz. Die muslimische Welt jubelte, auch deutsche Intellektuelle waren dabei.

Amerika schlug zurück, auch deutsche Soldaten waren dabei. Beim heutigen Bild Afghanistans fällt es schwer, die USA zum Sieger zu erklären. Einige Ziele wurden erreicht. Bin Laden und viele andere Terroristen sind tot. Sind Amerika und die Welt sicherer geworden? Ist der Terrorismus besiegt?

Die Narbe Vietnam, der verlorene Krieg bricht auf. Mit Obama erkennen Amerikaner, dass es nicht genügt, stark zu sein. Amerika braucht Freunde, neue Freunde, keine echten Freunde.

Neue Freunde gewinnt man unter alten muslimischen Feinden, nicht unter alten jüdischen Freunden. Verschmerzbare Opfer sind auf dem Altar der Politik zweckmäßig. Denn Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen.

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4 Antworten zu Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen

  1. heplev schreibt:

    „Mit Obama erkennen die Amerikaner“? Obama erkennt gar nichts. Er hat sich immer um die falschen „Freunde“ (Feinde) bemüht, statt sie zu bekämpfen.

  2. Löbl schreibt:

    Es gibt „Freunde“ auf die ich gerne verzichte.

  3. Page junior schreibt:

    Herr Joschka Fischer hat heute im Handelsblatt einen Kommentar zum Nahen Osten veröffentlicht, Quelle:
    http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-kriegstrommeln-im-nahen-osten/7123898.html

    In diesem fallen folgende Sätze:
    Zu Ägyten:
    „Diese Neuorientierung muss nicht antiwestlich sein, aber das wird mit Sicherheit eintreten,
    sollten Israel und/oder die USA den Iran militärisch angreifen.“
    Zum Iran-Konflikt:
    „Auf ähnliche Weise hat sich die israelische Regierung in eine innenpolitische Falle manövriert.“
    „.. weil beide Seiten ihre Optionen und damit ihre Möglichkeiten für einen diplomatischen Kompromiss verringert haben.“

    Mit Leichtigkeit lassen sich hier gleich mehrere „interessante“ Interpretationen des ehemaligen Außenministers finden.
    Soviel zu Staaten, Interessen, Freunde und deren Wahrnehmungen.

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