Protogenozidale Akzeptanz

Werden Teile eines Volkes eliminiert, so spricht man von Genozid. Soll ein Genozid ordnungsgemäß ablaufen, so ist eine protogenozidale Akzeptanz der Bevölkerung unumgänglich. Dem Genozid geht die protogenozidale Akzeptanz der Bevölkerung voraus.

Genozid erfordert den Willen der Regierenden und die positive Erwartungshaltung der Regierten, die nicht zum zu eliminierenden Bevölkerungsteil gehören. Eine protogenozidale Akzeptanz wird nicht in einem Genozid münden, wenn die Regierung es nicht wünscht. Sowohl die protogenozidale Akzeptanz der Bevölkerung, als auch der Wille der Regierenden zum Genozid müssen vorhanden sein.

Selbst wenn Regierte den Genozid gutheißen, bedeutet es nicht, dass sie mit jeglicher genozidalen Methode einverstanden wären. So hatte die Katholische Kirche keinerlei Probleme mit dem nazistischen Ziel, Juden aus dem öffentlichen Leben des christlichen Europas zu entfernen. Lediglich die Methode des Massenmordens gefiel der Kirche nicht.

Es wäre verwerflich, aus der Stimmung des deutschen Volkes zum Beschneidungsverbot zu schließen, dass die die Beschneidung ablehnende große Mehrheit der Deutschen die Ermordung der Juden und eventuell der Muslime wünschte. Da zumindest im Judentum die Beschneidung der neugeborenen Knaben notwendig ist zur Erlangung der Volkszugehörigkeit, ist die mehrheitliche Ablehnung der Beschneidung mit der mehrheitlichen Ablehnung des Judentums in Deutschland gleichzusetzen.

Solange die Regierenden nicht dem Volkswillen nachgeben, bleibt die mehrheitliche Ablehnung der Beschneidung und des Judentums in Deutschland konsequenzenlos. Mit dem Wankelmut der politischen Elite ist zu rechnen. Ohne zufälligem Tsunami und organisierter Empörung wären Atomreaktoren niemals still gelegt worden.

Es lässt sich nicht ausschließen, dass die Regierung aus taktischen Gründen, also aus politischer Überzeugung, dem mehrheitlich gesundem Volksempfinden nachgibt und die religiöse Beschneidung neugeborener jüdischer Knaben verbietet. Die Folge wäre nicht die physische oder geistige Vernichtung vorhandener Juden, sondern die schmerzlose Elimination des Judentums vom deutschen Boden als Folge der protogenozidalen Akzeptanz der Mehrheit der Bevölkerung.

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6 Antworten zu Protogenozidale Akzeptanz

  1. Paul schreibt:

    Es ist mir schleierhaft, warum im Zusammenhang mit der Beschneidung in den Kommentaren immer die Juden im Vordergrund stehen.
    Auch Du hast nur einmal die Muslime erwähnt: „dass die die Beschneidung ablehnende große Mehrheit der Deutschen die Ermordung der Juden und eventuell der Muslime wünschte“.
    Warum die Abschwächung „eventuell“?
    In der weiteren Argumentation fehlen die Muslime in Deinem Text.
    Du schreibst: „Es lässt sich nicht ausschließen, dass die Regierung aus taktischen Gründen, also aus politischer Überzeugung, dem mehrheitlich gesundem Volksempfinden nachgibt und die religiöse Beschneidung neugeborener jüdischer Knaben verbietet.“
    Hä?
    Lese ich richtig?
    Die Beschneidung neugeborener ‚jüdischer‘ Knaben wird eventuell verboten.
    Die Beschneidung 7 oder 8 Jahre alter ‚muslimischer‘ Knaben wird nicht verboten?
    Wenn doch, warum schreibst Du es nicht?

    Es gibt in Deutschland 200 000 Juden und 4 000 000 aus muslimisch geprägten Ländern stammende. Bisher wurde die muslimische Religionszugehörigkeit nicht erfasst! (Warum eigentlich nicht? Erst im Zensus 2011 ist das passiert. Die Zahlen sind noch nicht veröffentlicht.)
    Ich schätze mal, dass es in Deutschland 2 000 000 Muslime leben. (Diese Schätzung ist eher zu niedrig als zu hoch.)
    Warum beschäftigt sich die Mehrheit der Diskutanten beim Thema Vorhaut mit Juden und nicht mit Muslims? Das gibt mir zu denken.
    Die Zahlen habe ich hier gefunden:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Religionen_in_Deutschland

    • anti3anti schreibt:

      Bei der Beschneidung stehen aus mehreren Gründen Juden im Vordergrund:
      Die Beschneidung ist im Judentum ein Muss, im Islam ein Kann.
      Der Zeitpunkt der Beschneidung ist im Judentum eng festgelegt, im Islam frei. Eine Beschneidung nach dem 18. Lebensjahr ist im Islam zulässig.
      Ein Beschneidungsverbot für Juden ist nicht einmalig. Es ging der gewollten Eliminierung der Juden voraus. (Ähnlich dem Schächtverbot, welches Muslime wenig tangiert).
      Das Beschneidungsverbot wegen Muslime ist nicht geläufig.
      Die Deutschen brüsten sich ihrer christlich-jüdischer Tradition. Der Islam ist trotz Präsidentenerlass nicht kultureller Teil Deutschlands.

    • anti3anti schreibt:

      Es gibt bedeutend mehr Muslime als Juden, nicht nur in Deutschland. Trotzdem verbindet man die Beschneidung mit dem Judentum und nicht mit dem Islam.
      Es ist wie beim gestohlenen Auto. Jedem fällt sofort Polen ein …

  2. anti3anti schreibt:

    Es gibt keine zuverlässigen Zahlen über Muslime in Deutschland, da Muslime, wie Juden, im Gegensatz zu Christen, keine Registrierung benötigen, um als Muslime, bzw. Juden zu gelten.
    [Christ ist, wer Kirchensteuern zahlt!]
    Juden haben sich in Europa nach Jahrhunderten den Christen angepasst. Lass den Muslimen etwas Zeit!

  3. Stefan Wehmeier schreibt:

    Jüdische Tradition

    Schüler: Was bedeutet ez pri ose pri?

    Rabbi: Baum, der Frucht ist und Frucht macht.

    Schüler: Warum sagen dann alle „Baum des Lebens“ dazu?

    Rabbi: Wäre ich ein Rabbi, wenn ich das wüsste?

    Schüler: Entschuldigung!

    Rabbi: Akzeptiert.

    Schüler: Und was bedeutet ez ose pri?

    Rabbi: Muss ich dir alles vorsagen? Finde es selbst heraus!

    Schüler: Baum, der Frucht macht?

    Rabbi: Möglicherweise.

    Schüler: Dann ist das also der „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“?

    Rabbi: Wäre ich ein Rabbi, wenn ich das bestätigen würde?

    Schüler: Nein, Rabbi. Aber wenn Du es bestätigt hättest, wäre es dann nicht logisch, dass die „Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ das ist, was J. M. Keynes 1935 „reward for liquidity renunciation“ nannte?

    Rabbi: Soll ich Fremdsprachen lernen, nur um deine Vermutungen zu bestätigen?

    Schüler: Auf gut Deutsch: „Urzins“, S. Gesell, 1916.

    Rabbi: Willst du damit andeuten, der Allerhöchste habe dem auserwählten Volk seine wohlverdiente Belohnung für Konsumverzicht verboten?

    Schüler: Natürlich nicht. Ich muss mich wohl geirrt haben.

    Rabbi: Noch so ein Irrtum, und du kannst in die nächste Koranschule wechseln!

    Schüler: Aber wenn das kein Irrtum wäre, bräuchten wir uns mit unseren Nachbarn nicht mehr zu streiten.

    Rabbi: Wer ist reich und wer ist arm?

    Schüler: Wir sind reich.

    Rabbi: Richtig. Das auserwählte Volk ist reich. Und jetzt benimm dich auch so!

    Schüler: Ich werde mich bessern, Rabbi.

    Der Zins – Mythos und Wahrheit
    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html

  4. Pingback: Protogenozidale Akzeptanz « antijudaismusfrei

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