Der Feind meines Feindes ist mein Freund!

Das Landgericht Köln hat die Beschneidung von Kindern aus religiösen Gründen als Köperverletzung qualifiziert und somit unter Strafe gestellt. Das religiöse Ritual sei eine schwere Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit.

Mit der Beschneidung werde eine „schwere und irreversible Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit“ eines Menschen verursacht. Weder das Elternrecht noch das Recht auf freie Religionsausübung reiche zur Legitimation für einen solchen Eingriff aus, die Unversehrtheit des Körpers sei das höhere Rechtsgut. Somit mache sich ein Arzt, der Beschneidungen aus religiösen Gründen und nicht aus medizinischen Indikationen vornehme, einer Körperverletzung schuldig. Mit diesem Urteil (Az. 151 Ns 169/11) sind Beschneidungen aus religiösen Gründen in Deutschland ab sofort als Strafftaten zu bewerten.

http://www.roedl-business-news.com/2012/06/12951/

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:koerperverletzung-gericht-stellt-religioese-beschneidung-unter-strafe/70054618.html

In Broders Achgut erfasst Hannes Stein kurz das Wesentliche:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/gratulation_sie_haben_eine_greencard_gewonnen/

Gratulation! Sie haben eine Greencard gewonnen!

Jedenfalls, wenn Sie Jude oder Muslim sind und das Landgericht Köln für Sie zuständig ist. Dieses Gericht hat nämlich gerade eben die Beschneidung (nota bene: nicht die Genitalverstümmelung von Mädchen, sondern das Entfernen der Vorhaut bei Jungen) aus religiösen Gründen für strafbar erklärt. Sollten Sie keine Lust verspüren, sich solchen Verboten zu unterwerfen, dann wandern Sie doch einfach aus. In den Vereinigten Staaten werden wir Sie mit offenen Armen empfangen. Denn hier gilt das First Amendment; und Sie können—ohne Ironie und ohne Lüge—geltend machen, dass Sie als Flüchtling vor religiöser Verfolgung Schutz suchen.

Schalom und Salaam!

………………………….

Wie kommt ein deutscher Richter dazu, religiöse Traditionen zu verurteilen?

Ein deutscher Richtet begründet seine Urteile nicht auf Ethik, Moral oder Kultur, sondern auf deutsches Recht. Nach Meinung des Richters hat die Unversehrtheit des Körpers Vorrang vor Elternrecht und das Recht auf freie Religionsausübung. Diese Meinung wird nicht lange bestehen. Staat und höhere Gerichte werden aus praktischen Erwägungen heraus einen Weg finden, finden  müssen, die Beschneidung von männlichen Neugeborenen und Kindern aus religiösen Gründen zuzulassen.

Die Beschneidung symbolisiert im Judentum und im Islam die Aufnahme des Jungen in die Gemeinschaft. Ein Verbot des Aufnahmerituals bedeutet konsequent gedacht das Ende der Religion. Was Römischen Kaisern, Russischen Zaren und Hitler nicht gelungen ist, wird einem Richter am Landgericht Köln nicht glücken!

Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein Trugbild, ein idealisiertes Konstrukt. Theoretisch ist jeder dafür, in der Praxis kommt es nicht vor.

Wurde jemals ein überlebender KZ-Insasse für die Tätowierung seines Armes entschädigt?

Ist das Stechen von Löchern in Ohren unmündiger Kinder zwecks Tragen von Ohrringen eine Straftat?

Müssen Mütter, die während der Schwangerschaft geraucht und Alkohol getrunken haben, den starken Arm des Gesetzes fürchten?

Selbstverständlich nicht.

Der Jurist wird erwidern, dass es kein Recht im Unrecht gibt. Mit diesen Worthülsen könnte der Jurist die Beschneidung von Kindern tolerieren. Er tut es nicht.

Warum bedroht ein Richter Millionen Muslime und Tausende Juden, wenn sie sich weigern, wichtigste Teile ihrer Kultur abzulegen? Weiß er nicht, dass er mit seinem Urteil europäisierte Juden und zornige Muslime derart verletzt, dass Teile der Letzteren verleitet werden, das Recht in die eigene Hand zu nehmen? Will der Richter die Bundesrepublik Deutschland zwingen, die religiöse Beschneidung unter staatlichem Schutz zu stellen und den Angriff auf religiöse Beschneidung als Volksverhetzung zu deklarieren? Gefällt er sich in der Rolle des Aufwirbler braunen Bodensatzes? Oder hat ihn seine sinnvolle Arbeit für die Realität erblindet?

Das Kölsche landgerichtliche Urteil wird bald bemerkbar eine sehr gute Wirkung entfalten. Je mehr Zeit vergeht, bis es revidiert wird, je mehr der Druck auf Eltern neugeborener Knaben steigt, desto näher werden sich Juden und Muslime in Deutschland kommen. Ein gemeinsamer Feind schafft Freundschaft. Schon Stalin handelte erfolgreich nach dieser Maxime.

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Eine Antwort zu Der Feind meines Feindes ist mein Freund!

  1. Bogol schreibt:

    „Nach Meinung des Richters hat die Unversehrtheit des Körpers Vorrang vor Elternrecht und das Recht auf freie Religionsausübung.“
    Dagegen läßt sich nicht viel sagen. Das ist eine schlüssige Argumentation.

    „Diese Meinung wird nicht lange bestehen.“
    Das nehme ich auch an. Denn nicht jede schlüssige Argumentation hält der Wucht von Tradition stand.

    „Die Beschneidung symbolisiert im Judentum und im Islam die Aufnahme des Jungen in die Gemeinschaft. Ein Verbot des Aufnahmerituals bedeutet konsequent gedacht das Ende der Religion.“
    In Bezug auf das Judentum ist das wohl nicht falsch, denn die Anweisungen in Genesis sind eindeutig: jeder männliche Säuglinge muß am 8. Tag beschnitten werden, und wer es nicht ist, „soll … ausgerottet werden“, weil er den göttlichen Bund gebrochen hat. In Bezug auf den Islam trifft das nicht so ganz zu: der Koran kennt die Beschneidung nicht und auch die Sunna nennt keinen konkreten Zeitpunkt. Ließen sich Muslime in Deutschland erst ab 18 beschneiden, wäre Religion wie Recht genüge getan.

    Der Abschnitt über körperliche Unversehrtheit ist reine Polemik, siehe folgende Erweiterung:

    „Das Recht auf Leben ist ein Trugbild, ein idealisiertes Konstrukt. Theoretisch ist jeder dafür, in der Praxis kommt es nicht vor.

    Wurde jemals ein KZ-Insasse für seine Ermordung entschädigt?

    Ist das Schießen von Löchern in Köpfe unmündiger Kinder zwecks Umsetzung von NATO-Missionen eine Straftat?

    Müssen Mütter, die eine Schwangerschaft abgebrochen und dabei die nötigen Formalien befolgt haben, den starken Arm des Gesetzes fürchten?

    Selbstverständlich nicht.“

    Dennoch wäre das keine überzeugende Argumentation für die Straffreiheit von Mord, Totschlag oder auch nur fahrlässiger Tötung.

    „Weiß er nicht, dass er mit seinem Urteil europäisierte Juden und zornige Muslime derart verletzt, dass Teile der Letzteren verleitet werden, das Recht in die eigene Hand zu nehmen?“
    Gute Frage. Aber wenn Deutschland nicht das Heimatland des industriellen Massenmordes an Juden wäre, dann wäre das Kölner Urteil ein Grund, stolz auf das deutsche Recht zu sein, auch wenn die Konsequenzen nicht einfach wären. Da es aber so ist, wie es ist, wird dieses Urteil ein einmaliger Ausrutscher bleiben, das bald nur noch Rechtsgeschichte sein wird.

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