¡Es gibt keinen linken Antisemitismus!

„Linksextrem“ – was ist das?

http://www.gew.de/Linksextrem_was_ist_das_eigentlich.html

Angeregt durch den ulkigen Titel eines ernst gemeinten Artikels der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), fühle ich mich berufen zu beweisen, dass es keine linken Antisemiten gibt. Der lesenswerte GEW-Artikel zeigt anschaulich, dass Rechtsextremismus bekämpft werden muss, hingegen Linksextremismus nicht, da es ihn nicht gibt.

Unmengen sozialwissenschaftlicher Forschungen erzwingen den Schluss, dass Rechtsextremismus sich durch Rassismus, Antisemitismus und Xenophobie definieren lässt. „Linksextremismus“ hingegen, so es ihn gäbe, wäre das Gegenteil vom Rechtsextremismus, also der Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, was ja in Ordnung ist.

Es gibt einen Einwand, der zu widerlegen ist. Kenner sozialistischer Staaten sind, wenn sie nicht zur Nomenklatur gehör(t)en, der Meinung, dass es im Sozialismus sehr wohl Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit gab und gibt. Dieser Einwand lässt sich real nicht verleugnen, weshalb ich zur Theorie greife.

Zunächst: Wenn es im Sozialismus Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit gäbe, so würde es sich nicht um Sozialismus handeln, sondern um eine rechtsextrem Ideologie. Sozialismus = Faschismus! Nun ist bekannt, dass mit wenigen gravierenden Ausnahmen (Hitler-Stalin-Pakt) sich Sozialismus und Faschismus spinnefeind gegenüber stehen. Wenn Sozialismus = Faschismus, dann wäre der Sozialismus am Ende, er würde sich selber zerfleischen müssen.

Man könnte entgegen setzen, dass es Unmengen von jüdischen Selbsthassern gibt, das Judentum trotzdem weiter besteht. Doch dieser Vergleich hinkt gewaltig! Kein jüdischer Selbsthasser gibt zu, Antisemit zu sein, wohingegen der faschistische Sozialist kein Problem hat, sich als Sozialist zu bezeichnen. Selbst die Nazis waren Nationalsozialisten!

Dann: Rechtsextremismus erkennt man an Rassismus, Antisemitismus und Xenophobie. Ein deutscher Rassist hasst Schwarze. Ein schwarzer Rassist braucht keine Schwarzen zu hassen. Ähnliches gilt bei Fremden. Der Fixpunkt, dass einzig Unveränderliche, ist der Antisemitismus. Antisemiten können sowohl deutsch, als auch schwarz sein. Würde es keine selbsthassenden Juden geben, so wäre kein Jude rechtsextrem! Der selbsthassende Jude öffnet der gesamten Judenheit das Tor zum Rechtsextremismus.

Nun sagt man, es gäbe Linke, die juden- und israelkritisch sind. Auf der anderen Seite gäbe es Rechte, die sich für Juden und Israel einsetzen. Um dieses scheinbare Paradoxon zu verstehen, wechsele ich zur Religion über.

Ein gläubiger Katholik müsste Juden lieben. Nun finden sich unter Katholiken Gotteskämpfer und fromme Brüder, die vom Hass gegen Juden wahnhaft befallen sind, dass selbst Pfarrer der evangelischen Gemeinschaft und Oberbürgermeister von diesem Sog mitgerissen werden. Doch diese frommen Christen und ihre protestantischen Adepten haben nur scheinbar etwas gegen Juden. Ihr Hass richtet sich nicht gegen Juden, sondern gegen ein Volk, welches sich jüdisch bezeichnet! Wahre Juden rauben Palästinensern kein Land und nicht die Ehre, indem sie sich weigern, ihre Frauen zu vergewaltigen. Die wahren Juden sind katholisch, in pax christi organisiert oder Pius-Brüder. Sieht denn nicht die Kirche in ihren Anhängern das neue Gottesvolk?

Genau so handeln linke „Antisemiten“. Moses hat den Juden die Freiheit eingebläut, der Jude Marx hat sein Werk dialektisch vollendet und im Proletariat das wahre Judentum erkannt. Nur ein Linker, der das Proletariat hasst, der sein eigenes Volk unterdrückt, der den antifaschistische Schutzwall abreißt, um dem Kapitalismus einzulassen, ist ein Antisemit. Der deutsche Linke, der mit den Arbeitern malocht (jidd.: arbeitet), sich öffentlich tumb-deutsch gibt, die Mauer vom Osten her verteidigt, kann kein Antisemit sein, selbst wenn er Juden und Israel hasst.

Ein weiterer Grund, warum Linke keine Antisemiten sind, liegt in der Tatsache begraben, dass rechtes Gedankengut die politische Mitte überschwemmt. Wenn nun die Mitte rechts ist, dann muss die mit rechtem Gedankengut infizierte Linke die politische Mitte sein! Sie ist somit bürgerlich und alles andere als links!

Antimarxistische Antidialektiker werden einwenden, dass links ein wirtschaftliche Einstellung ist, wohingegen rechts niederen menschlichen Bedürfnissen nachkommt. Somit sind rechts und links keine Gegensätze. In jedem Linken steckt ein Rechter.

Ich werde den dialektischen Trugschluss aufheben.

Es ist richtig, dass ein Linker eine andere als die kapitalistische Wirtschaftsordnung anstrebt. Dem Rechten ist die Wirtschaftsform gleichgültig, solange sie seine völkischen Triebe befriedigt. Doch das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein. Dort, wo sozialistische Wirtschaft herrscht, folgt bald Armut und Korruption, die ein gesunder Nährboden für Antisemitismus (und Fremdenfeindlichkeit und Rassismus) sind. Somit erreicht sozialistische Ideologie über den Umweg der Misswirtschaft dieselben Ziele wie der Faschismus, der die vorhandene Wirtschaftsform zum Erreichen seiner antisemitischen Ziele einsetzt.

Ein Sozialist wird niemals den Kapitalismus akzeptieren, egal wie hoch sein Abgeordneten-Salär sei. Er wird den Kapitalisten bekämpfen, auch wenn er Jude ist. Ganz im Gegensatz zum Rechtsextremen. Dieser bekämpft den Kapitalisten, wenn er auch Jude ist.

PS:

Der GEW-Artikel ist auch analog lesbar. Gedruckt auf Klimawandel affinen Hochglanzpapier werden gewerkschaftlich organisierte Lehrer indoktriniert, ihren Schülern den Unsinn zu vermitteln, an dem die Welt, wie wir sie kennen, zugrunde gehen wird.

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2 Antworten zu ¡Es gibt keinen linken Antisemitismus!

  1. Paul schreibt:

    Mein Kompliment paxDiaboli, Sie haben es geschafft mich zu verwirren.
    Was denn nun, Pax Christi oder doch lieber Pax Diaboli?
    Oder GEW?
    Mir schwirrt der Kopf: Linksextrem, Rechtsextrem. Ja was denn nun?
    Ach so: Linke und Rechte sind sich über eines einig: Die Linken halten die Linken für gut und die Rechten die Rechten. Jedenfalls hat mir GEW das beigebracht. Von solchen Lehrern sollen meine Enkel unterrichtet werden?

    Bin ich ein Miteextremer, weil ich die Linksextremen und die Rechtsextremen zum k… finde?
    Wie sagte Reich-Ranitzki?
    „Ich stehe da, tief betroffen. Der Vorhang zu und alle Fragen offen.“

    Da halte ich es lieber mit Loriot: „Ach was.“

    Ihnen lieber Doktor vielen Dank für Ihren „teuflischen“ Beitrag.

  2. Pingback: Stoff für’s Hirn « abseits vom mainstream – heplev

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