Eifel-Nazi

Artikel weder von Jacques Berndorf, noch von Michael Preute.

Das KunstForumEifel in Gemünd verfügt über einen wohlgestalteten Internetauftritt. Der „Förderverein Maler der Eifel e.V.“ hat 450 Mitglieder, die Internetseite eine Rubrik „Eifel-Maler von einst“. Dort wird Prof. Werner Peiner, geb. 1897 in Düsseldorf, gest. 1984 in Leichlingen aufgeführt. Weder Düsseldorf, noch Leichlingen liegen in der Eifel, womit folgende Erklärung des KunstForumEifel in Gemünd notwendig ist:

Unter „Eifelmaler“ verstehen wir alle Maler, die entweder ganz oder zeitweise in der Eifel gelebt haben. Aber auch diejenigen Maler, die in die Eifel kamen, um diese wegen ihrer landschaftlichen Schönheit, wegen ihrer Sehenswürdigkeiten, ihrer Berge und Täler, ihrer Flüsse und Seen, aber auch ihrer Farben der Natur und den Wolkengebilden am Himmel zu malen. Und dies in allen Techniken: Aquarell, Pastell, Öl, Tusche, Rötelstift, usw.

Wikipedia hilft. Die Eltern stammte aus der Eifel. Prof. Werner Peiner lebte von 1931 bis 1942 in Kronenburg, einer sehenswürdigen Kleinstadt in der Nordeifel. Somit wird er zu Recht in der Rubrik „Eifel-Maler von einst“ des KunstForumEifel in Gemünd erwähnt.

Prof. Werner Peiner gründete in Kronenburg eine Malerschule, die bald „Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei“ hieß. Die Kunstakademie wurde nach 1945 nicht weitergeführt. Ein Frauenakt von Prof. Werner Peiner hing über Görings Bett. Gegen Ende der Nazi-Zeit nahm Adolf Hitler den Maler in die Gottbegnadeten-Liste mit den seiner Meinung nach 12 wichtigsten bildenden Künstlern auf. In der Nachkriegszeit schuf Prof. Werner Peiner Gobelins für den Gerling-Konzern und den äthiopischen Kaiser Haile Selassie. Am 19. Mai 2012, um 11 Uhr wurde im KunstForumEifel in Gemünd die Werner-Peiner-Ausstellung mit 80 seiner Radierungen, Aquarelle, Öl- und Temperamalereien eröffnet, die am 26.08.2012 beendet sein wird.

Engagiert gegen die Ausstellung sind das Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt und das Bündnis Eifel-gegen-Rechts, die beide eng zusammenarbeiten.

Das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt, welches unweit residiert und auch außerhalb seines Einzugsbereiches aktiv wird, schweigt zu der Künstlerausstellung. Als Grund können die künstlerischen Ambitionen des Dürener Bündnis gelten, welches vor einem Jahr Schüler zum Malen von Hakenkreuzen ermuntert hat. Ausgezeichnet wurde das schöne naturalistische Bild einer Spinne, deren Beine das Nazi-Kreuz nachahmten.

Der Nazikunst-Kenner Prof. Olaf Peters aus Halle hält Prof. Werner Peiner für eine künstlerisch interessante Figur, auch wenn er als Maler nur zweitklassig gewesen sei. Die Förderstiftung für Kunst und Wissenschaft mit Sitz in der ostdeutschen Provinz ist konträrer Meinung. Sie hält Prof. Werner Peiner für einen bedeutenden deutschen Maler und Kunstprofessor. Einer seiner Meisterschüler war Willi Sitte, langjähriger Präsident des Verbandes Bildender Künstler (VBK der DDR), an dem mutmaßlich Prof. Olaf Peters Mitglied war. Der Schluss liegt nahe, dass nationalsozialistische Kunst und sozialistischer DDR-Realismus keine unüberbrückbare Gegensätze bilden.

Mehr in Leichlingen als in Kronenburg wird der Nazi-Maler bis heute lobend erwähnt. Die Meinung des Gerling-Konzerns über den Nazi-Maler wurde nicht eingeholt, der äthiopische Kaiser Haile Selassie starb unter ungeklärten Umständen.

Aachen liegt am nördlichen Rand der Eifel und weist nicht nur mittels der Kameradschaft Aachener Land KAL die vierthöchste Neonazidichte in NRW auf. Für Rechtsextremisten war bisher allein die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang in der Eifel ein beliebtes Ausflugsziel. Von Aachen aus liegt Gemünd gleich hinter der NS-Ordensburg.

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