Der Staat der Palästinenser

Eine menschliche Tat gelingt, wenn günstige Umstände und Wille vorhanden sind.

Um einen Staat auszurufen, müssen günstige demographische, geographische, gesellschaftliche und weltpolitische Umstände und politischer Wille vorhanden sein. Dies gilt auch für einen Palästinenserstaat.

Die demographischen, geographischen, gesellschaftlichen und weltpolitischen Umstände für die Ausrufung eines Palästinenserstaat sind seit Jahrzehnten günstig. Das Volk wünscht den eigenen Staat und hat hierzu die gewählte Regierung beauftragt. Ein Staatsgebiet ist nachweisbar. Die Weltgemeinschaft ist einverstanden.

Doch der Staat der Palästinenser wird nicht ausgerufen!

Woran liegt es, da die Umstände günstig sind? Die Antwort kann nur lauten:

DER POLITISCHE WILLE FEHLT

Welche sind mögliche Gründe für das Fehlen des politischen Willen?

  • Israel ist gegen einen Palästinenserstaat
  • Die arabischen Nachbarstaaten sind gegen einen Palästinenserstaat
  • Der jetzige Zustand ist für die herrschende Klasse angenehmer als die Eigenstaatlichkeit
  • Das Staatsgebiet ist nicht definiert
  • Das Staatsvolk ist nicht definiert

Israel ist gegen einen Palästinenserstaat:

Die Einstellung Israels zu einem Palästinenserstaat ist wechselhaft. Es gab Zeiten, da die einzige demokratisch gewählte Regierung im Nahen Osten geneigter war als heute, einen Palästinenserstaat zu akzeptieren. Auch damals wurde kein Palästinenserstaat ausgerufen.

Offiziell strebt Israel weiterhin einen unabhängigen Palästinenserstaat an. Die militärische, schon gar die politische Macht Israel reicht nicht aus, um einen Palästinenserstaat zu verhindern. Der angenommene Einspruch Israels gegen einen Palästinenserstaat dient lediglich zum Vorwand der Verantwortlichen, den Palästinenserstaat nicht auszurufen.

Die arabischen Nachbarstaaten sind gegen einen Palästinenserstaat:

Politische Bekenntnisse arabischer Staaten dürfen nicht mit Realitäten verwechselt werden. Arabische Staaten sind derart konservativ und rückständig, dass sie jegliche gesellschaftliche und politische Neuerung ablehnen. Jede noch so kleine gesellschaftliche Veränderung ist eine Bedrohung der verknöcherten Ordnung, die sich auf erdachten Zitate aus dem siebten Jahrhundert beruft. Der „Arabische Frühling“ zeigt es über deutlich, auch wenn der politisch blinde Europäer es orientalisch wortreich abstreitet.

Auch hier gilt: Die Arabischen Staaten sind weder militärisch, noch politisch fähig, einen Palästinenserstaat zu verhindern. Mit ihrem Geld aus Erdöleinnahmen verzögern sie die Ausrufung des Palästinenserstaat. Der Widerstand der Arabische Staaten gegen einen Palästinenserstaat dient lediglich zum Vorwand der Verantwortlichen, den Palästinenserstaat nicht auszurufen.

Der jetzige Zustand ist für die herrschende Klasse angenehmer als die Eigenstaatlichkeit:

Dem klaren Artikel auf Jungle World des bekannten Journalisten Ulrich Sahm aus Israel

http://jungle-world.com/artikel/2010/45/42054.html

ist nichts hinzuzufügen. Wirtschaftlich wird es der herrschenden Klasse schlechter ergehen, sobald sie den Palästinenserstaat ausrufen wird. Die Weltgemeinschaft wird sie wirtschaftlich und finanziell genau sowenig unterstützen wie all die anderen Entwicklungsländer, die nicht von Juden unterdrückt werden.

Das Staatsgebiet ist nicht definiert:

Es geht weniger um die Grenzziehung zwischen dem Palästinenserstaat und Israel. Hier ist eine technische Einigung leicht möglich, auch wenn ununterbrochen ideologische Gründe vorgeschoben werden. Das gravierende Problem besteht darin, dass die logische Konsequenz der Grenzziehung die völkerrechtliche Anerkennung eines nicht-arabischen, nicht-islamischen Staates auf ehemaligen islamisch befreiten Gebiet durch den arabisch-islamischen Palästinenserstaat bedeutet. Die Geschichte zeigt, dass der die Anerkennung unterschreibende Politiker bald mit seinem physischen Ende rechnen muss.

Vor allem ist das Gebiet des Palästinenserstaates nach Osten hin nicht definiert. Das Tabu des historischen Palästinas östlich des Jordans wird sich mit der Ausrufung des Palästinenserstaates gebrochen werden. 80% der Bevölkerung und 60% des Bürger Jordaniens sind Palästinenser, die sich in Kultur, Sprache und Religion in Nichts von der arabischen Bevölkerung westlich des Jordans unterscheiden. Sobald der Palästinenserstaat entsteht, wird die Benachteiligung der Palästinensischen Mehrheit durch das aus Saudi-Arabien eingewanderten Königshaus zusammenbrechen. Verständlich, dass die herrschenden Klasse Jordaniens und ihre Saudischen Verwandten sich in ihrer luxuriösen Schmarotzer-Existenz bedroht fühlen. Die herrschende arabische Klasse westlich des Jordans verschweigt die Folgen, weiß gleichzeitig, dass sie sich nicht vermeiden werden lassen. Bleibt der Ausweg, den Palästinenserstaat nicht auszurufen.

Das Staatsvolk ist nicht definiert:

Das am schwersten zu lösende Problem zum Schluss:

Bis vor wenigen Jahrzehnten haben sich die Araber auf dem Gebiet Palästinas nicht als Palästinenser gefühlt. Erst durch Krieg, Arabische Unterdrückung und Jüdische Besatzung, die sie wirtschaftlich und gesellschaftlich bis heute insgeheim als Befreiung empfinden, bildete sich ein Palästinensisches Nationalbewusstsein. Die Zugehörigkeit zur Palästinensischen Nation ist derzeit willkürlich und wird sich nach der Gründung des Palästinenserstaates in blutigen Kämpfen um die völkische Vorherrschaft entladen. Der „politische“ Kampf zwischen Hamas und PLO, der ein Kampf zwischen Clans ist, ist ein unbedeutender Vorgeschmack.

http://www.dailystar.com.lb/News/Politics/2011/Sep-15/148791-interview-refugees-will-not-be-citizens-of-new-state.ashx#axzz1vorhFGdW

Gehören zur Palästinensischen Nation alle Araber, welche im westlichen Teil Palästinas leben? Auch die arabischen Israelis und die Flüchtlinge in Lagern im Gazastreifen und in der Westbank? Dürfen Palästinensische Flüchtlinge, die in abgeschlossenen Lagern im arabischen Bruderland Libanon vegetieren, nach Arabisch-Palästina zurückkehren? Oder werden die jetzt noch geduldeten und von der Weltgemeinschaft finanziell unterstützten Palästinensischen Flüchtlinge in Palästina nach der Staatsgründung aus Palästina vertrieben werden? Sind heutige Syrer, die Teil des Palästinensisches Volkes sind, Palästinenser? Oder sind Palästinenser Syrer?

Sollte der Palästinenserstaat nicht Teil Groß-Syriens werden, falls Syrien nach Assads Ermordung noch existiert?

Die jetzige politische Lage im einstigen Palästina ist übersichtlich!

Wer verlangt Änderungen?

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Eine Antwort zu Der Staat der Palästinenser

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