SPD ist ihrer Zeit voraus

Mitte Mai 2012 fand ich in meinem Briefkasten den Bürgerbrief des SPD-Ortsvereins, vordatiert zum 30. Mai 2012. Leider waren darin die letzten Lottozahlen nicht aufgeführt.

Dafür war ein interessanter kleiner Artikel auf der dritten Seite zu lesen mit der Überschrift:

Wegen der Wichtigkeit fasse ich zusammen:

  • Das geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee erhitzt die Gemüter.
  • Durch das Pumpen der Wassermengen entstehen am Rursee Pegelschwankungen von bis zu zwei Metern.
  • An Wassersport und Bootsfahrten wird in den ersten Jahren nicht zu denken sein. Der über Jahrzehnte aufgebaute Tourismus wird weit zurückgeworfen.
  • Sechs Jahre Baustellenverkehr.
  • Auch nachts Lärm- und Staubbelästigung durch LKWs.

Solche Sätze lese ich gern. Entsprechen sie doch meinem Artikel:

Klimaschutz ist kein Naturschutz, der unter

https://paxdiaboli.wordpress.com/2012/05/03/klima-gegen-natur/

nachzulesen ist und wohl auch den SPD-Ortsverein erreicht hat.

Zwei wichtige Punkte sind zu ergänzen:

  • Die Verschandelung der Gegend
  • Die Verteuerung des Stromes

Das Pumpspeicherkraftwerk kann nur arbeiten, wenn genügend Bioenergie, hier Windkraft, bereitgestellt wird. Je mehr, desto besser. In der Folge müssen möglichst nahe dem Pumpspeicherkraftwerk Dom hohe Windräder aufgestellt werden. Dieser Eingriff in die Natur kann auch als Verschönerung verstanden werden, der zu einer Zunahme des Tourismus, der Lebensgrundlage der Eifel, führen wird. Stillgelegte Fabrikhallen in Duisburg strahlen ihre eigene Ästhetik aus und sollen Touristen anlocken! Das Ruhrgebiet zählt bisher mehr gut betuchte Besucher als das Rurgebiet!

Zusätzliche Windräder bedeuten zusätzliche staatliche Investitionen. Das Pumpspeicherkraftwerk ist und arbeitet nicht umsonst, obwohl er keine Energie erzeugt, sondern bei einem vom Hochglanz-Prospekt angepriesenen Wirkungsgrad von 80%, der in Wirklichkeit zwischen 70 – 75% liegt, bereits 20% der aufgenommenen Energie verliert. Das verteuert den Strom, dessen höheren Preis die Industrie auf Grund ihrer Lobby nicht zu zahlen braucht, womit der Privatverbraucher, außer wenn er Hartz-4-Empfänger ist, doppelt bestraft ist.

Alle staatstragenden Parteien bekennen sich, incl. Linke und Piraten, zur Energiewende, also zum Klimaschutz auf Kosten des Naturschutzes und der Geldbörse der Bürger. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass die SPD-Ortsgruppe der SPD des Landes NRW und der Bundes-SPD in den Rücken fällt. Weshalb werden dann solch schwerwiegende Bedenken vor dem Nidegger Bürger ausgewalzt?

Hier fallen mit drei Möglichkeiten ein:

  • Den Nidegger SPDlern ist die Unterhose näher als das Hemd. Die Genossen ziehen es vor, wenn die Umweltverschandelung anderswo stattfindet.
  • Die Bundes- und Landes-SPD versucht sich vorsichtig von der Energiewende zu befreien, da deren wirtschaftlicher Schaden bereits erkennbar und deren Sinnlosigkeit für das Klima bereits nachweisbar ist: Nideggen ist der Versuchsballon der SPD.
  • Die Nidegger SPD hat von oben den Auftrag erhalten, die Gemüter zu beruhigen unter der Vorspiegelung, die Interessen der lokalen Bevölkerung zu vertreten.

Ich neige zur letzten Annahme, hoffe auf die erste.

Auch wenn ich aus Eigennutz gegen die Senkung der Lebensqualität in der Region bin, möchte ich auf das Vorgehen in Frankreich hinweisen. Dort wird der Bau von in Deutschland verteufelten Atomkraftwerken den Anwohnern schmackhaft gemacht, indem sie günstige Atomstrompreise erhalten. Ich bin sicher, dass jeglicher Widerstand in sich zusammenbricht, wenn den Nordeifelern ein ähnliches Angebot unterbreitet wird. Natürlich ist es unmöglich den Rabatt anderen Stromkunden aufzubürden, da nach NRW-Grünen-Aussage noch viel mehr Pumpspeicherkraftwerke zu bauen sind, um die Energiewende ideologisch sauber umzusetzen. Dann bleibt kein Privatverbraucher mehr in NRW übrig, um die Zeche zu zahlen.

Das fehlende Geld könnte den vielen zusätzlichen 2012-Landtagsabgeordneten abgenommen werden, deren Fehlen bisher nicht auffiel. Doch die Summe von 100 Millionen € jährlich wäre nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Deshalb empfehle ich die milliardenschweren Eurorettungstöpfe, die nach der Einführung der Drachme in Griechenland und sicherlich weiterer einheimischer Währungen in Südeuropa ihrer Entleerung harren.

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2 Antworten zu SPD ist ihrer Zeit voraus

  1. Dieser Kommentar zeigt eine völlige Vermischung von Argumenten, die nicht zusammengehören. Ein paar möchte hier sortieren:
    1. Pumpspeicher verwenden überschüssigen Strom aus dem gesamten Netz, es muss dazu weder lokal ein Windrad gebaut werden, noch eine Biogasanlage betrieben werden. Überschüssiger Strom ist umso häufiger (günstig) verfügbar, je mehr Photovoltaik und Windkraft im Netz eingebunden wird.
    2. Die gespeicherte Energie kann (mit viel Gewinn) dann abgegeben werden, wenn im Netz wenig Strom verfügbar ist (z.B. am Abend, bei wenig Wind…, oder wenn Stromspitzen benötigt werden.
    3. Ein Pumpspeicherkraftwerk rechnet sich auch wirtschaftlich relativ schnell, das Strom an der Börse in Leipzig grundsätzlich bedarfabhängig bezahlt werden muss.
    4. Überschüssiger Strom muss verbraucht werden (oder durch Abschaltung von Kraftwerken verhindert werden), in einem Stromverteilungsnetz müssen sich Produktion und Verbrauch immer die Waager halten; Pumpspeicher sind somit als Regler zu verstehen, da sie sowohl als Verbraucher (Pumpbetrieb) als auch als Produzent (Generatorbetrieb) funktionieren.
    5. EIn Wirkungsgrad von 80% ist deutlich besser als z.B. die Abschaltung eines Windrades bei guten Windbedingungen.
    Dr.-Ing. Markus Casper, Trier

  2. anti3anti schreibt:

    Die Argumentation ist betriebswirtschaftlich korrekt. Sie berücksichtigt nicht die Ökologie, nicht die Lebensqualität der Anwohner, nicht den Schaden für die Volkswirtschaft.

    1. Pumpspeicher verwenden überschüssigen Strom. Voraussetzung hierfür ist, dass überschüssiger Strom vorhanden ist, erzeugt wird. Der überschüssige Strom kommt allein aus nicht regulierbarer Bioenergie: Wind und Sonne.
    Es muss kein lokales Windrad gebaut werden. Muss nicht, aber wird. (s. statements Politiker aller Parteien). Zufällig (?) gibt es viele Windräder in der Eifel. Und es werden weitere größere und schönere im Akkord aufgestellt, deren Strom vom Pumpspeicherwerk abgekauft werden wird.
    2. Die gespeicherte Energie kann mit viel Gewinn abgegeben werden, wenn im Netz wenig Strom verfügbar ist: keine Sonne, kein Wind.
    Und wer zahlt die Differenz zwischen billig eingekauften subventionierten Biostrom und teuer verkauften Pumpspeicherstrom? Ich weiß, es ist eine dumme Frage.
    4. Überschüssiger Strom muss verbraucht werden. Zunächst muss er erzeugt werden! Pumpspeicher sind somit Regler einer unüberlegten Energiepolitik, die von einer unausgegorenen Ideologie, von der Straße und Tsunamis in Japan bestimmt wird. Wie bereits im Talmud geschrieben: Eine böse Tat zieht die nächste nach sich.
    5. En Wirkungsgrad von 80% ist deutlich besser als die Abschaltung eines Windrades bei guten Windbedingungen. Ohne Pumpspeicher wird sogar ein Wirkungsgrad von 100% erreicht.

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