Pazifisten als Judenersatz

Der Bauer hatte einen Hund. Wenn ein Fremder sich dem Hof näherte, so bellte er, bis der Bauer kam oder der Fremde ging.

Der Hund war schwarz. Eines Tages kam der Dorfpfarrer mit Bürgermeister und Dorfpolizisten und erklärte dem Bauern, dass der Hund des Teufels sei und deshalb beseitigt werden müsse. Da Bürgermeister und Dorfpolizist grimmig dreinschauten, übergab der Bauer den Hund dem Dorfpfarrer.

Der Schwarze war nicht der einzige Hund, der abgeholt wurde. Auch andere Hunde waren des Teufels und wurden eliminiert, weil sie schwarz, braun, weiß oder gescheckt waren. Am Ende war das Dorf hunderein.

Nun bellte kein Hund mehr, wenn sich ein Fremder den Höfen näherte. Die meisten Fremde waren gute Menschen, doch manche führten Böses im Schilde: Sie stahlen, raubten und zündeten Haus und Hof an.

Da beklagten sich die Bauern. Sie klagten den Dorfpfarrer, den Bürgermeister und den Dorfpolizisten an. Der Dorfpolizist wurde unehrenhaft und ohne Sold entlassen. Der Bürgermeister gab nach einem Volksbegehren sein Amt auf und wurde ein gut betuchter Rentner. Der Dorfpfarrer verließ das Dorf und wurde später Bischof.

Die Hunde kamen nicht zurück. Auch andere Dörfer waren ohne Hunde. Es gab zwar Hunde im Ausland, doch sie wollten nicht in die Dörfer. Zu groß war die Angst, dass sie erneut verfolgt und eliminiert werden würden. Einige wenige Hunde konnten für viel Geld aus dem Osten importiert werden, doch diese weigerten sich zu bellen, wenn Fremde sich dem Hof näherten, denn die Hunde waren selber Fremde.

Und so beschlossen die hundelosen Bauern, vor ihren Häusern zu nächtigen und selber zu bellen, wenn ein Unbekannter dem Hof zu Nahe kam. Doch weder konnten sie gut bellen, noch wurde jemand durch das Bellen aufgeschreckt. Und so wurden die Bauern bestohlen, ausgeraubt und ihre Häuser und Höfe verschwanden in Feuer und Rauch. Und so kam es, dass die Bauern die toten Hunde hassten.

Lieber Leser, die Geschichte mutet seltsam an. Sie hat sich ereignet. Es sind keine Hunde, die eliminiert worden sind, sondern Juden. Auch sind die Fremden nicht fremd, sondern einheimische gewaltbereite Rechtsextreme. Und die Bauern, die heute bellen, nennen sich Pazifisten, Friedensaktivisten und pax christi. Sie alle glauben, dass sie genauso fähig sind, vor Nazis und Neonazis zu warnen wie einst die Juden, die eliminiert worden sind.

Und so kommt es, dass Pazifisten lebende Juden hassen.

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