Antisemitismus – die Aachener Variante

Zwei Antisemiten, einer davon könnte Jude sein, haben sich etwas Besonderes ausgedacht, um ihre Botschaft erfolgreich zu verbreiten. Sie kostümierten sich nach nationalsozialistischen Vorlagen aus dem „Völkischen Beobachter“ und dem „Stürmer“ als ultraorthodoxe Juden und betitelten sich gegenseitig als Rabbiner.

Damit förderten sie den Antisemitismus in zweifacher Hinsicht. Linke und liberale Gutmenschen fühlen sich von der nazihaften Kluft derart abgestoßen, dass sie die Augen schließen und so die Hetzreden in ihr Herz lassen. Wenn Juden gegen Israel wettern, dann muss Israel schlecht sein, denn seit dem Holocaust sind (nicht alle) Juden gut, auch wenn sie (besser: weil sie) als Karikatur dem „Völkischen Beobachter“ oder dem „Stürmer“ entspringen.

Den Neo- und Altnazis, die sich alle offen zum Antisemitismus bekennen, wird beim Anblick solcher Juden warm ums Herz und in der Birne.

Üblicherweise läuft es umgekehrt: Wo ein Jude oder Nicht-Jude offen für Israel eintritt, verbünden sich die politischen, religiösen und gesellschaftliche Antisemiten jeglicher Couleur.

Auch ich habe mich von der Camouflage täuschen lassen. Mit Schwierigkeiten habe ich damals meinen Ekel heruntergeschluckt.

Zur Aachener Variante des Antisemitismus gehört mehr. Die Aachener Zeitung (oder waren es die Aachener Nachrichten?) verbreiteten den unappetitlichen Inhalt der Kostümierten, der bereits seit langem den Magen passiert hatte, mit dem Hinweis des Artikelredakteurs, dass er Israel und die allermeisten Aachener Juden liebe. Die Verbreitung antisemitischer Thesen, ohne deren Inhalt vorher zu überprüfen, nennt man antizipatorischen Antisemitismus. Der antizipatorische Antisemitismus ist ein fester Bestandteil Aachens. Hervorragende Persönlichkeiten werden von Meinungsmachern unterstützt, Juden wegen ihrer Reden anzugreifen, ohne diese gehört, gelesen oder gar verstanden zu haben.

HM Broder haben wir zu danken, dass er die Camouflage der Pseudojuden aufgedeckt hat, nachzulesen unter

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ein_eimer/

Ein Eimer und zwei Hochstapler

Höchst bemerkenswert ist die Aussage des besagten Redakteurs, der Juden, die von seiner politischen Linie abweichen, vorwirft, dass sie in Organen der Rechtsextremen zitiert werden.

Die Aachener Zeitung und die Aachener Nachrichten bedienen diesen Kundenkreis.

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Eine Antwort zu Antisemitismus – die Aachener Variante

  1. Micha schreibt:

    Das ist mal ein guter Beitrag, mein Dank. Muss man erstmal verarbeiten. Generell finde ich die Seite gut zu lesen und leicht zu verstehen.

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