Der traurige Zustand der Onkologie nicht nur in Deutschland

Auszüge aus dem Deutschen Ärzteblatt vom 17. Februar 2012

Prof. Dr. med. Lothar Weißbach

Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft von 1998 bis 2000

ONKOLOGIE IN DEUTSCHLAND

Wurden Chancen vertan?

http://www.aerzteblatt.de/archiv/122702/Onkologie-in-Deutschland-Wurden-Chancen-vertan

Kurzfassung:

Die Krebsfrüherkennung ist teuer und erfüllt nicht ihre Aufgaben. Ein Nutzen derzeitiger Maßnahmen zur Krebsfrüherkennung kann nicht belegt werden. Sie kosten die Solidargemeinschaft viel Geld (nicht zuletzt durch die Folgekosten der Überbehandlungen) und einige Teilnehmer ihre Gesundheit.

In der jetzigen Form sind die Tumorzentren ohne Zukunft Wissenstransfer, Vernetzung und Dokumentation sind an den Tumorzentren kaum weiter als vor zehn Jahren.

Unzureichende interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Ärzten senkt die Heilungschancen der Patienten. Interdisziplinarität entwickelt sich nur mühsam; in der Versorgung rechnet sie sich infolge ökonomischen Drucks nicht.

Die Deutschen beteiligen sich nicht ausreichend an innovativen Tumorbehandlungen.

Die Gentherapie ist zurzeit nur eine Hoffnung für den Patienten.

Wer mit Spendengeldern Forschung fördert, muss dies nach besonders strengen Maßstäben und nachvollziehbaren Kriterien tun. Diese fehlen bislang.

Die Politik vermittelt nicht zwischen den Ansprüchen der Gesellschaft und den Möglichkeiten der Medizin. Die Politik „doktert“ an Symptomen herum und verschiebt die Probleme – vermutlich so lange, bis angesichts der demografischen Entwicklung die Solidargemeinschaft auseinander bricht.

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2 Antworten zu Der traurige Zustand der Onkologie nicht nur in Deutschland

  1. Peter Oehr schreibt:

    Prof. Weißbach hat, wie in allen früheren Jahren auch, die Dinge auf den Punkt gebracht.
    Er hat auch den Mut, seine Meinung so zu äußern, wie sie ist. Und es ist wichtig und hoffentlich hilfreich, dass seine berechtigte Kritik am System möglichst weit verbreitet wird. Vielen Dank an ihn, aber auch an paxDiaboli und alle anderen Beteiligten.

  2. Hakan schreibt:

    Mit Speck fängt man Mäuse.

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