Deutsche Bürgermeisterin wird wegen Antisemitismus kritisiert

Deutsche Bürgermeisterin wird wegen Antisemitismus kritisiert

09.02.2012, BENJAMIN WEINTHAL, JERUSALEM POST KORRESPONDENT

„Es muss möglich sein, die Politik Israels zu kritisieren“, sagt eine Ratsvorsitzende Aachens.

Berlin – Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, griff die Aachener Bürgermeisterin Hilde Scheidt an wegen ihrer Verteidigung antisemitischer und antiisraelischer Karikaturen und wegen der Verunglimpfung zweier prominenter deutsch-jüdischer Schriftsteller, da diese den modernen Antisemitismus und den radikalen Islam zu kritisieren wagten.

In einem exklusiven Beitrag für die Jerusalem Post schrieb Graumann über das Grüne Parteimitglied Scheidt: Wenn Frau Scheidt jemanden der rechtsradikalen Aufwiegelung beschuldigt, weil diese Person eine widerliche antisemitische Karikatur kritisiert, wenn Frau Scheidt diese Kritik öffentlich rügt, die Karikatur unter dem Vorwand der „Israelkritik“ toleriert, so wird sie schuldig, weil sie nicht gegen Antisemitismus vorgeht, weil sie Tatsachen verdreht und weil sie im Kampf gegen Hass und Gewalt ein unsicherer Kantonist ist.

Die Karikatur zeigt einen Mann mit Davidstern auf seinem Latz, wie er einen palästinensischen Jungen verschlingt mit einer Gabel, die in einer US-amerikanischen Flagge gewickelt ist und einem Messer, auf dem das Wort „Gaza“ steht. Ein mit Blut gefülltes Glas befindet sich neben dem Teller.

Scheidt verteidigte die Karikatur letztes Jahr mit den Worten: „Es muss möglich sein, die Politik Israels zu kritisieren – und eine Regierung, die dem israelischen Volk schadet.“

Scheidt zog sich im letzten Jahr aus der Deutsch-Israelischen Gesellschaft DIG zurück, um so gegen die Feier der DIG Ende Dezember zu Ehren des jüdischen Journalisten Henryk M. Broder und gegen den Holocaust-Überlebenden und Schriftsteller Ralph Giordano zu protestieren, der hierzu eine Rede hielt.

Schiedt berichtete der Aachener Zeitung, dass Broder zu einer „bösartigen Aufwiegelung“ gegen Kritikern Israels aufrief, darunter gegen Walter Herrmann, den Initiator der Kölner “Klagemauer”. Die Kölner Ausstellung im Herzen der betriebsamen Fußgängerzone zeigte die antisemitischen Karikaturen.

Scheidt entfachte eine Kampagne in der lokalen Presse in der Absicht, Broder und Giordano in Aachen am Reden zu hindern. Sie benutzte nach Ansicht von Experten einen klassischen deutschen antisemitischen Ausdruck gegen Broder, nämlich, dass er Zwietracht säe in Deutschland.

Deutsche Beobachter der lokalen Presse berichteten der Jerusalem Post, dass die Aachener Zeitungen sich hergaben zu einer antijüdischen Kampagne gegen Broder und Giordano und einen einseitigen Angriff auf Israel.

Scheidt gab einen weiteren Grund an, warum sie aus der DIG austrat. Weil Broder sagte, dass es in Aachen ein „alternatives rotes friedensbewegtes Pack“ gibt, „welches Israel andauernd verteufelt.“

Broder spielte hier auf den Aachener Friedenspreis an, der Israelhassern Preise verleiht und bei dem Scheidt seit Langem Mitglied ist.

Alex Drehmann, Sprecher der Jüdischen Gemeinde Aachens, sagte der Jerusalem Post am Montag, dass der Aachener Friedenspreis voll von „antisemitischen und antiisraelischen“ Aktivisten sei. „Die Jüdische Gemeinde bedauert, dass Scheidt aus der DIG ausgetreten ist und gleichzeitig Mitglied des Aachener Friedenspreises bleibt.“

Drehmann, der im Namen des Vorsitzenden der Gemeinde, Herrn Dr. Robert Neugröschel, sprach, betrachtete Scheidts Anstrengungen als „lächerlich und naiv, Broder und Giordano in die rechte Ecke zu stellen.“

Er sagte weiterhin, dass beide Schriftsteller „berühmte Persönlichkeiten“ seien und keinesfalls rechtslastig seien.

Drehmann sagte, dass Scheidts Ansichten zu Israel „nicht klug“ seien, da sie die Sicherheitsinteressen Israels nicht begreife.

Am Dienstag und Mittwoch verschickte Scheidt Emails an die Jerusalem Post: „Ich lehne die Anschuldigungen in aller Schärfe ab, die von Herrn Broder und anderen gegen mich erhoben werden, denn sie sind unwahr. Ich habe meine Kritik gegen die DIG mehrmals öffentlich bekundet und möchte sie nicht wiederholen.“

Scheidt ergänzte, dass sie „die Karikatur scharf kritisiert hatte“, welche Juden und Israel verteufelte, und deshalb aus dem Vorstand des Aachener Friedenspreises ausgetreten sei.

Dr. Elvira Grözinger, ein Mitglied der deutschen Sektion der Scholars for Peace in the Middle East (SPME), die sich der Ausgewogenheit im Israelisch-Palästinensischen Konflikt verpflichtet haben, sagte der Jerusalem Post am Montag, dass Scheidts Vorgehen ein „Antisemitismus mit Umwegen“ sei, weil sie Israelis verreißt und Juden meint.

Broder sagte der Jerusalem Post am Mittwoch, dass Scheidt eine „Grüne Antisemitin“ und Aachen wegen ihrer Hetzreden verseucht seien.

Broder schreibt für die Tageszeitung „Die Welt“ und ist einer der führenden Autoritäten des modernen Antisemitismus in Deutschland.

Scheidt weigerte sich, der Jerusalem Post auf Vorwürfe zu antworten, dass sie gescheitert sei im Kampf gegen zunehmende Neonazi-Aktivitäten im Raum Aachen.

Ein Mitglied der Jüdischen Gemeinde Aachen teilte der Jerusalem Post mit, dass Scheidt Israel angreift, um der deutschen türkischstämmigem Bevölkerung zu gefallen und Stimmen für ihre Partei zu sichern.

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9 Antworten zu Deutsche Bürgermeisterin wird wegen Antisemitismus kritisiert

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  2. Jochen Haritz schreibt:

    Jetzt aber Schluss damit! Was zu sagen war, ist hinreichend gesagt worden und nun sollten wir es dabeibelassen.Polemik im Übermaß ist wie eine versalzene Suppe. Kehren wir zur Tagesordnung zurück:Eine eventuell angestrebte Bekehrung können wir uns ohnehin abschminken.. .

  3. Einaachenerjude schreibt:

    Was ist denn seitens des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Aachen zur Verteidigung Broders Giordanos, der DIG,des Staates Israel öffentlich in Aachen (nicht in Jerusalem) gesagt worden??

  4. Einaachenerjude schreibt:

    Wer hätte gedacht, dass in Aachen, Deutschland (das Land ,dass den Holocaust erfunden und vollbracht hat) gegen Verteidiger des Staates Israel brutal gehetzt wird und Freunde Israels einfach als Rechtsradikale stigmatisiert werden. Das, ohne seitens des Vorstandes der JGA auch ein Wörtchen des Protestes verlautbart wird! Wie tief sind wir gesunken? Das ist noch ein Freibrief für Anti-Zionisten und Antisemiten in Aachen .Mit „Freunden“ wie Frau Scheidt brauchen wir leider keine Feinde.

  5. Heiko schreibt:

    Ein Streichholz bricht, dreißig aber nicht.

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